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GOTS OPED SYMPOSIUM
KAUNERTAL 2003

FREERIDEN | BERGTOUREN MIT BOARDS + SCHNEESCHUHEN
oder UNTERNEHMEN MAVERICK



Im Gedenken an meinen Freund Lutz Badura, der am 2.Oktober 2005 unter tragischen Umständen ums Leben gekommen ist.


Anlässlich eines sportmedizinisches Symposium unter meiner Leitung haben wir Mitte November das Kaunertal im Westen Österreich aufgesucht.

Themen der Veranstaltung waren:

• Sportmedizinische Grundlagen für ein präventives Training von Ski- und Snowboardverletzugen
• Erstversorgung und Bergungstechniken bei Wintersportverletzungen (Theorie und Praxis)
• Operative Versorgung von Knie- und Sprunggelenksverletzungen
• Molekulare Orthopädie
• Pysiotherapeutische Nachbehandlung von Knie- und Sprunggelenks-verletzungen





Im kleinen Kreis mit Teilnehmern aus Deutschland und Österreich wurden die medizinischen Themen, aber auch die praktischen Übungen am Berg mit Erstversorgung und Bergungstechniken bei Wintersportverletzungen ausgeführt.
Nicht nur die Schneeberichte vom gelungenen traditionellen Snowboard - Opening, sondern auch die Lust endlich wieder schneebedeckte Berge von oben zu sehen hat uns veranlasst, Lutz Badura von Top Snowboarding Kaunertal einen Besuch abzustatten. Für jeden begeisterten Freerider, egal ob Schifahrer oder Snowboarder, eine bedeutende Adresse in unseren Alpen.

Dank glückhafter Wetterlage und guter Schneeverhältnisse war das Symposium auch bezüglich der Outdoor - Aktivitäten ein voller Erfolg.

Der hervorragenden Ortskenntnis von Lutz Badura, er kennt wirklich jede Gletscherspalte, verdanken wir das "Unternehmen Maverick". Bereits beim Eintreffen in seiner Snowboardstation hat er uns diese 43° steile Rinne gezeigt und schmackhaft gemacht.

Seiner Aussage nach waren die Bedingungen ideal und so starteten wir das "Unternehmen Maverick".

Nach entsprechender Vorbereitung mit Lawinen- und vor allem allgemeiner Schneekunde, erstaunlich was es darüber zu wissen gibt, sind wir mit den Schneeschuhen zu dieser Rinne aufgestiegen. Die Schneeschuhe und das gesamte Sicherheitsequipment (VSG-Gerät immer am Körper und auf on, Rucksack mit Erste Hilfe Set, Biwaksack, Trinksystem, Lawinenschaufel, Sonde, etc.) kann man in seiner Station ausleihen. Es empfehlen sich für Snowboarder gut sitzende feste Softboots, die man am besten mit Soft-Step-In-Systemen fährt. Damit hat man wesentlich mehr Fußkomfort und kann beim Steilhangfahren die Kraft besser aufs Board übertragen. Zusätzlich können die Step-In -Systeme auch für die Schneeschuhe verwendet werden, das Gefummel mit den Ratschen und Riemen entfällt somit. Teleskopstöcke sind obligat um besser die Balance zu halten.

Gute Kondition und Snowboardtechnik, Schwindelfreiheit und Teamgeist sind Voraussetzung für derlei Unternehmungen. Jeder muss sich auf den anderen verlassen können, Egoisten sind hier fehl am Platz und sollten lieber zuhause vor dem Ofen bleiben.



Beachtlich und Respekt einflößend der Einblick von oben in die Rinne und erst recht die Einfahrt, von der es kein Zurück mehr gibt. Als erster der Meister, der uns eine wunderbare Line vorgelegt hat. Dann kommt per Handy die Anordnung von unten, wie wir die Schwünge setzen sollen und ab geht's ins Vergnügen.



Die Abfahrt selbst wurde dann für uns alle ein unvergessliches und wunderbares Erlebnis und wenn man seine Line betrachtet freut man sich über die eigene Handschrift am Berg.

Einer nach dem anderen fährt natürlich einzeln in die Rinne ein, die Emotionen nach der Ausfahrt sind sehr beeindruckend.


Nicht umsonst gibt es bereits "Expression sessions" von Snowboardlegende Peter Bauer initiiert, wo jeder Boarder einen Hang zu bewältigen hat und die gesamte Gruppe dann am Abend nochmals die schönste Line per Video bewertet.

Auch am zweiten Tag wurde eine wunderschöne Backcountry-Tour gegangen und im Abschluss daran nochmals eine Wiederholung des Lawinenkurses auf dem Gletscherplateau durchgeführt.

Das Training mit Lawinensonde, VSG-Gerät und Bergungstechniken kann nicht oft genug für den Ernstfall wiederholt werden, eine 100% Sicherheit gibt es jedoch nie. Als Freerider oder Tourengeher muss man für sich selbst und die anderen Verantwortung tragen, denn die Berge sind kein Bambiland.

Nach diesen praktischen Übungen wurde wieder der rein medizinische Part am Nachmittag und Abend im Hotel abgehalten.

Voll mit neuen medizinischen Eindrücken, aber auch begeistert von der Bergwelt rund um den Kaunertaler Gletscher sind wir am Sonntag, nach nochmaligem Training auf dem Gletscher, nach Hause abgereist. Dem Wunsch der Teilnehmer diese Veranstaltung zu wiederholen werden wir auf alle Fälle Mitte November 2004 nachkommen.

Unser großer Dank gilt der Firma OPED GmbH (www.oped.de) und deren Mitarbeiter S. Geiselbrechtinger und G. Ring, die dieses Meeting großzügig und sehr engagiert unterstützt haben.

Großer Dank an Lutz, der uns dieses tolle Erlebnis ermöglicht und mit seiner Erfahrung so sicher gestaltet hat.

keep on boarding und wichtig: "no piep - no run"
  Klaus Dann