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9. GOTS JAHRESTREFFEN 2006 -
ZUSAMMENFASSUNG
Zürs am Arlberg, 30.03 bis 02.04.2006
Up-Date Kniegelenk
Sportmedizinische
Aspekte des Kniegelenkes
Die österreichischen GOTS-Vorstandsmitglieder
Stefan Nehrer und Klaus Dann leiteten
zum 9. Mal das GOTS-Treffen in Zürs
am Arlberg.
Ausgezeichnete kollegiale
Stimmung und schlussendlich super Wetter
in diesem Jahrhundertwinter sorgten für
gute Laune am Berg sowohl unter den Kongressteilnehmern,
den Ausstellern, wie auch bei den Veranstaltern.
Ca. 170 Teilnehmer inklusive Referenten
und Industrievertreter waren im Hörsaal
und lauschten den Ausführungen der
Vortragenden.
Seit Beginn der GOTS-Treffen
in Österreich legen wir großen
Wert darauf, dass auch die Industrie
im Hörsaal sitzt und an unseren
Vorträgen teilnimmt. Nur so sind
wir in der Lage unsere Wünsche an
die Industrie direkt weiterzuvermitteln
und zusätzlich ein Feed Back über
deren Produkte zu geben.
Der Klassiker
unter den sportmedizinischen Themen das
Kniegelenk wurde in einem Up-Date in 2
Tagen aufgearbeitet. Bewährtes und
Neues rund ums das Kniegelenk wurde kritisch
hinterfragt und diskutiert.
Die in Österreich
beliebtesten Wintersportarten Schifahren
aber auch das Snowboarden führen jährlich
zu tausenden von Knieverletzungen, die
eine große Herausforderung für
die Sportmediziner in unserem Land darstellen.
Tausende dieser Verletzungen pro Wintersaison
werden in den Unfallkliniken registriert
und müssen versorgt werden. Eine Prävention
wie entsprechende Übungen und Vorbereitungen
auf den Wintersport werden jährlich
gepredigt aber kaum befolgt. Korrektes
Schuh und Bindungsmaterial sind Voraussetzung
für ungetrübten Spaß im
Schnee, auch hier gibt gibt es immer wieder
große Defizite.
Statements der Tagung
Indikation zur VKB-Plastik
Indikation für
die vordere Kreuzbandersatzplastik ist
die funktionelle Instabilität, dass
heißt subjektive Instabilitätssymptomatik,
++ positiver Lachman ohne fixem Anschlag
und + positivem Pivot-Shift Test oder Giving
ways und nicht ein frisch gerissenes oder
teilverletztes Band. In Abhängigkeit
von den Begleitverletzungen wie rekonstruierbarer
Meniskus- oder Knorpelschaden, aber auch
massiver medialer oder lateraler Instabilität
muss manchmal primär rekonstruiert
werden. Das übliche Vorgehen ist jedoch
die frühoder spätsekundäre
Rekonstruktion für den Normalverbraucher
oder Hobbysportler. Für Spitzensportler
gelten andere Regeln. An Transplantaten
haben sich das zentrale Ligamentum patellae
Drittel, die Kniebeugersehen Semitendinosus
und Gracilis und für Revisionen die
Quadrizepssehnen bewährt.
Für
den intraartikulären Einsatz von Kunstbändern
bei primärem vorderen Kreuzbandersatz
am jungen Patienten gibt es derzeit keine
Indikation, für extraartikuläre
Augmentationen stellt das Kunstband jedoch
eine hilfreiche Alternative dar. Für
den alten aber noch aktiven Patienten ist
aufgeder intraartikuläre Einsatz eine
denkbare Indikation, für Spezialindikationen
ebenso.
Entscheidend für den Erfolg
der Operation sind korrekte Bohrkanäle,
gelenknahe Verankerungen und Pressfitverfahren,
das heißt, es gilt einen möglichst
engen Bohrkanal zu schaffen, der das Transplantat
zur Gänze umschließt, gleichgültig
welche Sehne zur Anwendung kommt.
Die Nachbehandlung
kann optional mit und ohne Orthesen erfolgen
in Abhängigkeit von der Patientensicherheit
und den zu versorgenden Begleitverletzungen.
Die Nachuntersuchung von Kniestabilisierungen
sollte neben dem Tegener und Lysholme Score
vor allem mit dem IKDC-Bewertungsschema
erfolgen, damit man seine Ergebnisse international
vergleichen kann. Zur Stabilitätsprüfung
hat sich das einfach anzuwendende ROLI
meter sowohl im OP wie auch beim FU bestens
bewährt.
Retrodrilling
Die neue Technik
des Retro drillings für anatomische
Bohrkanäle stellt eine interessante
Alternative zur üblichen Bohrkanaltechnik
dar. Mit einem speziellen Bohrer werden
von Gelenkseite her ganz exakt Halbkanäle
gebohrt, die eine gelenknahe Fixation mit
Retroscrews ermöglichen. Alternativ
dazu können auch Cross pins eingesetzt
werden.
Navigation
Alle Verfahren wie Bildwandlerkontrolle
oder computerunterstützte Navigation
z. B. Orthopilot, die dazu dienen die Lage
der Bohrkanäle besser intraoperativ
zu beurteilen und zu dokumentieren sind
zu begrüßen.
2-Kanal-, 2-Bündel-Technik
Ob die in letzte Zeit heftig diskutierte
2-Kanal- (2-Bündel-) Technik notwendig
erscheint um bessere Ergebnisse zu erzielen,
steht bei einer derCompartzeitigen Erfolgsrate
von ca. 90–95% guten und sehr guten
Ergebnissen der Einkanaltechnik im Langzeitverlauf
noch in Zweifel. Entscheidend für
den Erfolg der Stabilisierung ist der schräge
Verlauf des Transplantates im Knie mit
Femoralpositionen bei ca. 10:00 bzw. 2:00
und korrektem Tibiakanal. Nur so kann die
Rotationsinstabilität vermieden werden.
Um diese Positionen zu erreichen bedarf
es oftmals des anteromedialen Zuganges,
wie dies früher von Werner Müller
immer wieder gepredigt wurde. Bei engen
Kniegelenken kann es sonst bei transtibialem
Vorgehen zu Kompromissplatzierungen kommen.
In erfahrener Hand und bei hoher Fallzahl
der 2-Bündel-Technik wäre vielleicht
eine Optimierung der Ergebnisse noch möglich,
wenngleich manche Kniegelenke so eng und
die Ursprungs- und Ansatzflächen der
Kreuzbänder so klein sind, dass sich
die Umsetzbarkeit dieser Technik in Frage
stellt.
Weiters besteht derzeit auch noch
keine Einigkeit darüber bei welchen
Winkelstellungen des Kniegelenkes man das
anteromediale und das posterolaterale Bündel
exakt spannen soll.
Derzeit gibt es nur
Kurzzeitergebnisse dieser Technik und keinen
Beweis für eine Überlegenheit.
Eines steht jedoch fest, bevor man mit
der 2-Bündel-Technik beginnt sollte
man die Einkanaltechnik im Schlaf beherrschen,
denn sonst ist mit einer extrem hohen Komplikationsrate
zu rechnen.
Als versierter Kniechirurg
sollte man alle drei Transplantatalternativen
beherrschen, denn die Zahl der Revisionen
steigt ständig und in Europa sind
Allografts keine Alternative.
Konservative
Therapie
Die Idee teilverletzte Kreuzbänder
mit redressierender Knieorthese zu behandeln
wurde neuerlich aufgegriffen und kann bei
geeigneter MRT dokumentierter Teilruptur
des vorderen Kreuzbandes zu einem ansprechenden
Ergebnis führen. Dies erfordert jedoch
einen kooperativen Patienten, der sein
Knie in der Orthese wie ein frisch operiertes
behandelt. Im Falle einer notwendigen Arthroskopie
wegen mechanisch relevantem Meniskusbegleitschaden
sollte bei entsprechender Ruptur und Insuffizienz
des vorderen Kreuzbandes jedoch eine Ersatzplastik
durchgeführt werden.
MRT-Bildgebung
Nach wie vor sind korrekt eingestellte
Standard Röntgen in zwei Ebenen mit
gezielter Fragestellung wichtig um knöcherne,
aber auch indirekt Bandverletzungen zu
erkennen.
Die Beurteilung der Instabilität
erfolgt klassischerweise mit der klinischen
Untersuchung.
Die MRT dient als wichtigstes
bildgebendes Verfahren vor operativen Eingriffen
um Begleitschäden im Kniegelenk wie
Knorpel oder Meniskus- wie auch Bandlaesionen
zu detektieren.
Zu den direkten Zeichen
eines vorderen Kreuzbandrisses zählt
man: – deutliche Verschmälerung
bis Diskontinuität,
– deutliche
Signalanhebung,
– Angulation des
Bandverlaufs,
– welliger Bandverlauf.
Indirekte Zeichen sind:
– osteochondrale
Laesion der dorsalen Tibiakante,
– anterozentrale
osteochondrale Läsion am Femurcondylus,
– spitzwinkeliges
HKB, vordere Schublade.
HTO + VKB-Ersatz
Die kombinierte HTO + VKB-Ersatzplastik
wird bei jungen sportlich aktiven Patienten
mit VKB-Instabilität, Malalignement
der Beinachse + Overloading im medialen
Compartment indiziert. Die Indikation ist
streng zu stellen, denn es handelt sich
dabei um „viel Chirurgie für
ein Knie“. Zum Einsatz kommen winkelstabile
Titanplatten bei Open Wedge HTO + LPPP/3
oder 4STG.
Medikamentöse Schmerztherapie
Bei akuten Verletzungen wird nach wie vor
das RICE Schema angewandt, weitere diagnostische
und therapeutische Schritten müssen
gesetzt werden um ans therapeutische Ziel
zu kommen.
An medikamentöser Behandlung
stehen die obligaten NSAR, die Corticosteroide
und seit 2000 die COX-2- Inhibitoren zur
Verfügung.
Wie ausführlich mittlerweile
die COXIBE und wie wenig die gängigen
NSAR untersucht wurden, zeigt deutlich
auf warum die Diskussion um die Nebenwirkungen
der COXIBE entbrannt ist. Im Gegensatz
zu den COX- 2-Inhibitoren wurden die NSAR
kaum oder nur wenig in klinischen Studien
auf ihre Langzeitwirkung untersucht. Hier
werden noch einige Überraschungen
möglich sein.
Mosaikplastik
Seit 1992
wurden über 1000 Fälle an Mosaikplastiken
aus einem Zentrum dokumentiert und ausgewertet.
Mehr als 100 davon wurden an Spitzensportlern
angewandt. 83% davon sind wiederum zum
Spitzensport zurückgekehrt. 80% hyaliner
und 20% fibrocartilaginerer Knorpel konnten
damit im Tierversuch produziert werden.
Für umschrieben Knorpeldefekte scheint
dies Methode unter der Voraussetzung eines
bandstabilen, achsengerechten Kniegelenkes
zielführend.
Knorpelzelltransplantationen,
wo stehen wir heute?
Die Autologe Chondrozytentransplantation
ACT mit Periostlappendeckung erzielte in
chronischen Knorpeldefekten sowohl experimentell,
wie auch klinisch Regeneration von hyalinem
Gelenkknorpel. Weltweit wurden 8000 Patienten
mit dieser Technik operiert, die mittelfristige
Erfolgsrate für isolierte Defekte
am Femurcondylus liegt bei 85 bis 92%.
Der Einsatz von Biomaterialien mit Implantation
von Zellen vor allem in einem dreidimensionalen
Layer stellt eine Weiterentwicklung dar.
Die Matrixassistierten Verfahren MACT gestatten
eine einfachere Handhabung der Implantation
mit Fibrinklebung. Kollagenflies, Hyaluronatmatrix,
Kollagengel und Polylactide sind derzeit
die neuen Trägersubstanzen. Ob diese
Biomaterialien dieselben guten Ergebnisse
wie die ACT erzielen ist noch zu beweisen.
Erste streng indizierte Anwendungen zeigen
jedoch ähnlich gute Ergebnisse. Langfristige
Daten liegen jedoch nicht vor.
Arthroskopische
Knorpelbehandlungstechniken
Die arthroskopische
Mikrofrakturierung, die mittlerweile verlassene
Pridiebohrung und die Abrasionsarthroplastik
können nur eine fibrocartilaginäre
Vernarbung des Defektes erzielen. Bei der
Technik der osteochondralen Transplantation
OATS Technik werden ähnlich der Mosaikplastik
Knorpelknochenzylinder aus minderbelasteten
Arealen an knorpelgeschädigte Flächen,
im Gegensatz zur Mosaikplastik überlappend,
transplantiert.
Dadurch kann mehr Defektfläche
durch hyalinen Knorpel abgedeckt werden,
limitiert wird dieses Verfahren jedoch
durch die Defektgröße und die
Entnahmemorbidität.
Aus diesem Grunde
wurden biphasische Polymerzylinder (OBI)
entwickelt, die arthroskopisch verankert
werden können. Langzeitergebnisse
existieren jedoch nicht.
Neu sind Kollagenmembranen,
die auf, mit Mikrofrakturierung vorbehandelte
Defekte, aufgebracht werden. Die Überlegenheit
dieser Verfahren gegenüber der Mikrofrakturierungen
alleine wird jedoch noch kontrovers diskutiert.
Die oben bereits genannte MACT mit Fixation
durch Fibrinadhäsion wirft bezüglich
Festigkeit einige Fragen auf, sodass spezielle
arthroskopische Nahtfixierungstechniken
erforderlich scheinen um eine sicheres
Anhaften der Transplantate zu gewähren.
Stellenwert der Osteotomie in der
Knorpelreparation
/-regeneration
Der Varusmorphotyp ohne Knorpel und Meniskusschaden
stellt keine Praearthrose dar und sollte
daher auf keinen Fall prophylaktisch osteotomiert
werden.
Wenn jedoch Bandinstabilität,
Knorpel- oder Meniskusschäden auftreten
dann beginnt die Dekompensation und dies
sollte durch einen Achskorrektur behandelt
werden.
Weiters ist bekannt dass die mediale
OCD am Femurcondylus zu 80% beim Varusknie
auftritt.
Nach Osteotomien werden in 50%
der Fälle die beschädigten Knorpelflächen
nach Mikrofrakturierung oder Abrasionen
mit Faserknorpel bedeckt. Von der Abdeckung
der so behandelten Flächen mit aufgenähtem
oder geklebtem Kollagenflies erwartet man
sich eine zusätzliche Begünstigung
des Knorpelregenerates.
Die Entlastung
des Knorpelschadens durch Osteotomie ist
daher zwingender Bestandteil des Behandlungskonzeptes
der Knorpeltherapie.
Bildgebung Knorpel
Meniskus
Die MRT ist die Bildgebung der
Wahl zur direkten Beurteilung von Knorpel
und Meniskusverletzungen. Morphologische
Kriterien wie Breite, Kontur, Rand und
Signalverhalten können sehr gut beurteilt
werden. Die MRT ermöglicht einen vollständige
Visualisierung der Menisken, weiters die
Beurteilung der Rissform und die Rissausdehnung,
wie auch die Unterscheidung in Degeneration
und traumatisch bedingte Laesion.
Meniskusnahtsysteme
Die Menisken sind Lastverteiler, Stoßdämpfer,
Bremsklötze und Stabilisatoren des
Kniegelenkes, Der Verlust von Meniskusfläche
bedeutet folglich immer eine Druckerhöhung
im betroffenen Compartement mit praearthrotischer
Auswirkung und sollte speziell beim Jugendlichen
oder aktiven Patienten vermieden werden.
Die unkritische großzügige Resektionen
sollte daher durch sparsame Teilresektion
bzw. bei geeigneter Rissform (traumatisch
bedingter, basisnaher Riss in der Rot-Rot-
bzw. Rot-Weiss-Zone) durch Meniskus erhaltende
Techniken ersetzt werden. Weltweit könnten
ca. 20% aller Meniskusrisse refixiert werden,
5% werden jedoch nur erhalten. Die Erfolgsrate
der Refixation wird in der Literatur zwischen
75% im Langzeitverlauf über 10 Jahre
und 90% im mittelfristigen Verlauf über
5 Jahre angegeben. Dies rechtfertigt das
Meniskus erhaltende Vorgehen, zumal wir
derzeit keinen geeigneten Meniskusersatz
zu Verfügung haben. Mit den neuen
Meniskussoftnahtsystemen gelingt es durch
All-inside-Nähte im Hinterhornbereich
und den bewährten Nähten Inside–Out
oder Outside–In in der Intermediärzone
die Meniskusflächen gut zu refixieren.
Besonderes Augenmerk gilt dem Erhalt des
Außenmeniskus beim Jugendlichen.
Die Nachbehandlung erfolgt mit bewegungslimitierender
Orthese und passagerer kurzfristiger Teilbelastung.
Meniskusersatz
Der vollständige Verlust
eines Meniskus stellt bis dato eine ungelöste
chirurgische Herausforderung dar. An künstlichen
Menisken stehen Allografts hauptsächlich
in den USA, weniger oder kaum in Europa,
und die Kollagenmenisken CMI für das
mediale Compartment als Teilersatz bei
erhaltenen Aufhängungen und Meniskusaußenrändern
zur Verfügung.
In einer Multicenterstudie
an 288 Patienten 2 Jahre nach CMI Implantation
konnten lediglich in 50% der Fälle
meniskusartiges Gewebe nachgewiesen werden.
Durch die Implantation dieses Kunstmeniskus
konnte somit eine kurzfristige klinische
Besserung erzielt werden, jedoch kein chondroprotektiver
Nutzen. Es gilt daher den natürlichen
Meniskus wann immer möglich dem Gelenk
zu erhalten.
Meniskusregeneration, heutiger
Wissensstand
Alle bisherigen Bemühungen
im Tierexperiment mit autologen Ersatzmaterialien,
synthetische Dauerimplantate, aber auch
der CMI Kollagen- Teilmeniskusersatz in
der klinischen Anwendung zeigten bis heute
unbefriedigende Ergebnisse.
Neu entwickelte
biomechanisch stabile Polymere konnten
nach 6 Monaten eine fibrocartilaginäre
Struktur aufweisen, die jedoch dem originärem
Meniskusgewebe deutlich unterlegen war,
zusätzlich Fremdkörperreaktionen
und keine Chondroprotektion zeigte. Im
Rahmen einer EU geförderten Studie
wurde Biomaterial aus Hyaluronsäure
(HYAFF-11), Fidia Advanced Biopolymers,
und Polcaprolacton entwickelt. Durch eine
spezielle Laminierungstechnik gelingt es
damit dreidimensionale Menisken herzustellen.
Die ersten in vivo Pilot Testungen zeigten
am Schaf eine ausgezeichnete Integration,
das Implantat wies ebenso fibrocatilaginäres
Gewebe auf. Derzeit wird die Optimierung
dieser Implantate durch Besiedelung mit
autologen Chondrozyten untersucht. Die
Ergebnisse dazu sind jedoch noch ausständig.
Rehabilitation nach Knieverletzungen und
Operationen
Die Richtlinien für die
Nachbehandlung sind Art, Ausmaß und
Versorgung der Verletzungen und nicht ein
vorgefertigtes Zeitschema. Diese Vorgaben
richten sich nach neurophysiologischen
und biomechanischen Überlegungen unter
Berücksichtigung auf ablaufende Heilungsprozesse
und Schmerzzustände. Der frühfunktionellen
Nachbehandlung mit Mobilisation, Vollbelastung
und rasches Erreichen der vollen Kniestreckung
wird ein hoher Stellewert beigemessen.
Sobald schmerzfreie Vollbelastung möglich
ist, sollte lokales Muskelausdauertraining
begonnen werden. Sensomotorisches Gleichgewichtsund
Koordinationstraining verbessert die funktionelle
Kniestabilität nach Operationen wie
auch bei konservativer Behandlung.
Erstes
Behandlungsziel nach Operationen ist die
vollständige schmerzfreie Belastbarkeit
des Patienten für das tägliche
Leben, in weiter Folge steht die Wiedererlangung
der sportlichen Belastbarkeit.
Neben dem wissenschaftlichen Programm
gab es natürlich auch wieder sportliche
Events im herrlich schneebedecktem Gelände
rund um Zürs mit den ortskundigen
Schi- und Snowboardguides bei besten
Wetterbedingungen. Das „best guess
race“ mit der traditionellen Siegerehrung
wurde am letzten Tag des Kongresses abgehalten
und wie üblich beim Tanzen bis in
die Morgenstunden gefeiert. Unter der
Leitung von GOTS-Vizepräsident Stefan
Nehrer und GOTS-Schriftführer Klaus
Dann wurde Dank der bewährten Kongressorganisation
durch Frau Mag. Eva Haas, Frau Margot
Suttner und Unterstützung des Hausherrn
Christoph Murr und des GOTS Teams Martin
Heinrich, Manuel Sabeti (GOTS-Fellow Österreich
06) ein reibungsloser Ablauf ermöglicht.
Die GOTS-Mitgliederversammlung Österreich
fand am Sonntagmorgen statt, die Weichen
für die Zukunft wurden gestellt.
Same time, same station – bis nächstes
Jahr in Zürs zum 10. GOTS-Treffen Österreich
Es freuen sich auf ein Wiedersehen
Klaus
Dann und Stefan Nehrer
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