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Sportexperte Dr. Klaus Dann hat Tipps für einen vergnüglichen und sicheren Winterurlaub.











































Ohne Fleiß kein Spaß beim Skifahren: Je besser die Fitness, um so geringer ist das Verletzungsrisiko. Copyright: Ziener.


PRESSE-INFORMATION
Die Tipps zur Vermeidung von Verletzungen

Schon jetzt auf den Sporturlaub im Winter vorbereiten
Kraft- und Ausdauertraining sowie ein Material-Check zählen dazu

100 Millionen Skifahrer und 10 Millionen Snowboarder können nicht irren, zählen doch beide Disziplinen zu den beliebtesten, vergnüglichsten und dynamischsten Winter­sportarten. Nach ursprünglichen Bedenken kommen nun beide Sportarten gut nebeneinander auf der Piste, aber auch im freien Gelände zurecht. Die Bewegung in der freien Natur, egal ob auf einem oder zwei Brettern, erfordert jedoch gewisse Voraussetzungen, damit man den Winterurlaub auch genießen kann.

Denn mehr als 90 Prozent aller Ski- und Snowboardverletzungen entstehen durch den selbst verschuldeten Einzelsturz, verursacht durch Müdigkeit, mangelndes technisches Können, geländebedingte Hindernisse und schlechter Sicht. Kollisionen der Winter­sportler untereinander treten lediglich in zwei bis drei Prozent der Fälle auf, Kollisionen mit fixen Hindernissen sind häufiger. Der Großteil der Unfälle passiert am späteren Nachmittag, wo bereits die Müdigkeit in die Glieder fährt. Manchmal spielt auch Alkohol eine Rolle, wenngleich der Stellenwert des „Einkehrschwunges“ bei weitem überschätzt wurde. Auch materialtechnische Probleme wie vor allem schlecht gewartete Bindungen, zu aggressives Ski- oder Snowboardmaterial und abgenutzte Schuhe sind Ursache für Verletzungen.

Um das Snowboard zu beherrschen, muss man eine gute Kondition haben. Auch Freerider Gerry Ring macht sich fit für den Winter. Copyright: Ziener


Alpine Gefahren lauern ebenso überall, besonders das Tiefschneefahren knapp neben der Piste bedeutet höchste Gefahr, da die frische Schneedecke in diesem Bereich den meisten Spannungsunterschieden ausgesetzt ist. Viele Wintersportler wiegen sich somit nur in vermeintlicher Sicherheit der Pistennähe und gefährden damit sich und andere. Fahren im freien Gelände setzt Können, Kondition und alpine Sicherheit mit Lawinen­basisausrüstung mit Schaufel, Sonde, Piepser, Notfallausrüstung und einen ortskundigen Bergführer voraus.

Wir könnten 90 Prozent dazu beitragen, den Wintersport mit mehr Vergnügen sicherer auszuüben und vor allem weniger Verletzungen zu erleiden. Die Anforderungen für beide Wintersportarten sind hoch. Ausdauer ist die Grundvoraussetzung. Kraft, Schnelligkeit, Geschicklichkeit und Beweglichkeit sind gefordert, um beide Sportarten sicher zu genießen. Wer denkt, ohne körperliche Vorbereitung Skifahren zu können, irrt gewaltig, denn dann fährt meistens der Ski oder das Board mit dem Sportler, und die Verletzungswahrscheinlichkeit erhöht sich um ein Vielfaches.

Wer nicht in der Lage ist, am Stück 10 Kilometer zu laufen oder 40 Kilometer auf dem Fahrrad zu fahren, sollte besser seine Ausdauer durch ein Grundlagentraining stabilisieren. Was nützt das beste Material, wenn bei der ersten Abfahrt im Tiefschnee bereits die Oberschenkel brennen. Sportarten wie Langlaufen im Winter sind dann eine gute Alternative. Der Startschuss zum Wintertraining sollte spätestens im Sommer erfolgen, wie dies ja auch die Profis machen. Ausdauerläufe, Radtouren, Inline-Skaten und andere Ausdauersportarten sind bestens geeignet, Kondition über den Sommer aufzubauen. Speziell Mountainbiken ist ein ideales Training fürs Skifahren und Snowboarden. Neben Grundlagenausdauer kann man auch Kraftausdauertraining, Koordination, Geschwindigkeit und Geschicklichkeit trainieren. Moderates Krafttraining wirkt nicht nur Wunder im Tiefschnee, sondern formt auch den Körper. Heute gibt es Fitnessstudios allerorten, um Tipps für die Wintervorbereitung zu bekommen.

Um die klassischen Skiverletzungen wie Skidaumen oder die langwierigen Kniebänderrisse bzw. Snowboarder-typische Handgelenks- und Sprunggelenks­verletzungen zu vermeiden, gilt es aber auch, an der Technik zu feilen. Wer glaubt, ein guter Wintersportler zu sein, sollte sich nicht damit zufrieden geben, sondern zumindest einmal pro Saison wieder eine Nachschulung machen. Es ist erstaunlich, was man dabei von den Profis lernen kann.

Auch macht der Einsatz von Schutzeinrichtungen im Ski- oder Snowboardhandschuh Sinn, um den häufigen "Skidaumen" und "Snowboarder-Handgelenkbruch" auf ein Minimum, laut aktueller Literatur um 75 Prozent, zu reduzieren. Das Tragen von leichten, wintertauglichen Sporthelmen, wie auch von Rückenprotektoren sind durchaus sinnvolle Schutzmaßnahmen und werden zunehmend von den Jugendlichen, aber auch von den Erwachsenen angenommen. Außerdem sind Protektoren derzeit in.

Der Material-Check vor der Wintersaison ist ein Muss, dazu zählt man die Bindungseinstellung mit den eigenen Schuhen, Kanten- und Belagtuning für Ski und noch wichtiger für Snowboards, da man ja zwei Kanten weniger zur Verfügung hat. Das Zusammenspiel von Skischuh und Bindung wird ganz wesentlich vom Zustand der Sohle bestimmt. Sollte diese abgerundet oder desolat sein, ist dringend ein Neukauf angezeigt, da sonst die Bindungsauslösung ganz wesentlich beeinflusst wird. Im Gegensatz dazu wird beim Snowboarden mit Fixbindungen gefahren, das heißt, jede ungewollte Lösung des Schuhs vom Board wäre fatal. Daher sollten immer die Bindungsinserts im Board auf Festigkeit und die Schnallen der Bindungen überprüft werden. Auch sollten die Snowboard-Bindungen mit den Schuhen die seitlichen Wangen des Boards nicht überragen, da es sonst zu ungewolltem Schneekontakt mit den Schuhen beim Carven und somit zu schweren Stürzen kommen kann.

Bevor man sich in das Vergnügen einer Abfahrt stürzt, sollte man sich jedoch noch aufwärmen, speziell dann, wenn es am Lift extrem kalt war. Übrigens nur ein Viertel bis ein Fünftel der Zeit wird pro Tag aktiv mit Pistenabfahrten genossen, der Rest der Zeit geht beim Schlangestehen am Lift, Liftfahren, Anschnallen, Schuhe schließen, pausieren etc. verloren. Daher sind Ski- und Snowboardtouren mit aktivem Aufsteigen und verdienter Abfahrt eine reizvolle Alternative fernab aller Menschenmassen.

Dr. Klaus Dann, Wien
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Der Autor ist Facharzt für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie mit Sportarztdiplom und arbeitet als Unfallchirurg und Sporttraumatologe in der Ordinationsgemeinschaft top-med, Zentrum für Traumatologie - Orthopädie und Plastische Chirurgie, in Wien. Zudem wirkt er als Konsiliar Unfallchirurg und Sporttraumatologe im Rudolfinerhaus und Herz Jesu Spital, betreibt seit 15 Jahren eine Sportordination und ist Medical Consultant im Fitnesscenters Manhattan Nord. Seit 1996 zählt er zum Vorstand der Gesellschaft der Orthopädisch-Traumatologischen Sportmedizin, von 1997 bis 2002 war er in der Gots Vizepräsident für Österreich, seit 2002 ist er Gots-Schriftführer. Seine Einsätze im Spitzensport: Official Medical Consultant I.S.F. International Snowboard Federation 1995 – 2001, Medical Consultant FIS-Snowboard WM Murau 2003, Medical Consultant der österreichischen Mountainbike - und Snowboardrevue.
(16.November 2005)