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Fachsymposium zum Thema
GOTS-Treffen 2004
 
   
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SCHULTER
 
Publikationen zum Thema Schulterverletzungen:
  • Nachbehandlung nach Instabilitätsoperationen
    an der Schulter und operativer Versorgung
    der Rotatorenmanschettenruptur
    Dann K., Harbacher Sportrehabtagung 2010 (pdf-Datei)
  • Schultergelenk endoskopisch versorgt
    Dann K., CliniCum 2/2010 (pdf-Datei)
  • Akromioklavikularstabilisierung bei akuten Läsionen,
    Dann K., Jatros Orthopädie 5/2006 (pdf-Datei)
  • Aktuelle operative Versorgung von Schulterverletzungen,
    Dann K., Jatros Orthopädie 4/2007 (pdf-Datei)
  • Arthroskopische Versorgung von SLAP-Läsionen mit Fadenankern, Dann K., GOTS12 / Österreichtagung (pdf-Datei)





  • Das Schultergelenk wird vom Kopf des Oberarmknochens und von der Gelenkspfanne des Schulterblattes gebildet. Der Oberarmkopf ist in Relation zur Gelenkspfanne zu groß. Er wird von einer Gelenkskapsel umgeben, die so voluminös ist, dass sie zwei Oberarmköpfe aufnehmen könnte. Dies erklärt das unglaubliche Bewegungsausmaß des Schultergelenkes - man denke nur an eine Riesenfelge.

    Das Gelenk zwischen Schlüsselbein und Schulterblatt wird Schultereckgelenk genannt und wird durch starke Bandstrukturen zwischen beiden Knochen verbunden.

     



    Speziell die jungen Sportarten wie Kite-Surfen oder Windsurfen, Inlineskaten, Snowboarden, Mountainbiken, aber auch Schlägersportarten wie Tennis und Golf oder der Schwimmsport führen zu einer Vielzahl von akuten Schulterverletzungen und chronischen Beschwerden.

    Schlüsselbeinbrüche sind relativ häufig und treten beim Sturz auf die Schulter oder den gestreckten Arm auf. Zur Behandlung wird vom Arzt ein sogenannter "Rucksackverband" für 4 Wochen angelegt, der die Schultern nach hinten zieht und dadurch ein Ausheilen des Bruches ermöglicht. Selten muß operiert werden.

    Oberarmkopfbrüche treten bei den Kontaktsportarten wie Eishockey, American Football aber auch bei Hochrasanzverletzungen, etwa beim Motorradsport, sowie auch im Reitsport, Skilauf, Snowboarden, Mountainbiken auf. Die Behandlung kann in vielen Fällen im Schulter-Verband durchgeführt werden, bei verschobenen Brüchen muß jedoch operiert werden.


    Die Schultergelenksverrenkung ist eine häufige Verletzung in Sportarten wie Snowboarden, Skilauf, Eishockey, American Football, Handball, Kite-Surfen und Windsurfen.
    Diese Verletzung entsteht durch direkten Sturz auf die Schulter oder durch indirektes Ausdrehen der Schulter bei ausgestrecktem, abgespreiztem Arm zur Seite. Die Verrenkung nach vorne unten tritt in ca. 95% aller Fälle ein. Diese sehr schmerzhafte Verletzung ist ein absoluter Gelenksnotfall und muß so rasch wie möglich behoben werden. Ein Arzt wird die Schulter möglichst schonend wieder einrichten.

    Danach wird der Arm mit einer Schulterbandage am Körper ruhig gestellt, um ein neuerliches Verrenken zu verhindern und die Schmerzen zu lindern.

    Anschließend beginnt die Phase der exakten Abklärung des Gelenkes mittels Röntgen, Ultraschall und Magnetresonanztomographie.
    Magnetresonanztomographie (MRI) ist ein Schichtverfahren mit dem man ohne Strahlenbelastung nahezu alle Verletzungen im Gelenk erkennen kann.

    Wenn die "Hängematte der Schulter" (dh. der untere Rand der Gelenkskapsel) abgerissen ist, empfiehlt sich beim jungen schulteraktiven Sportler oder Überkopfarbeiter die operative Versorgung, da die Wiederverrenkungsgefahr sehr groß ist.

    In allen anderen Fällen, bzw. wenn die untere Kapselaufhängung noch intakt ist, genügt eine kurzfristige Ruhigstellung mit Bandage und ein Aussenrotationsverbot (dh. der Arm darf nicht vom Körper weg nach aussen gedreht werden) für 6 Wochen.

     

    Arthroskopische Schulterstabilisierungsoperation

    Bereits Anfang dieses Jahrhunderts haben die Chirurgen Bankart und Perthes den Mechanismus der Instabilität dargelegt. Ihr methodisches Konzept der stabilisierenden OP-Technik wird auch noch heute bei den zahlreichen offenen, wie auch arthroskopischen (durch Gelenksspiegelung) Techniken verfolgt.

    Ihr Konzept sieht die Wiederanheftung des Faserrringes, wie auch der abgerissenen Gelenkskapsel an die Gelenkspfanne vor.

    Neue Fadenankersysteme, bestehend aus gut gewebeverträglichen sich auflösenden Materialien, werden bereits eingesetzt. Im Falle einer Wiederverrenkung besteht somit kein Problem mit Metallankern im Glenoid.

    Panalok Panacryl Fadenanker

    Erläuterung meiner
    OP-Technik als pdf-file
    Bei Vorliegen von ausgeprägten, knöchernen Verletzungen an der Pfanne verbietet sich das arthroskopische Vorgehen, zumal eine Rekonstruktion der Gelenkspfanne durch offene Operationstechniken durchgeführt werden muß.

    Der stationäre Aufenthalt beträgt bei der arthroskopischen OP-Technik 2 Tage, bei der offenen 3-4 Tage. Die Nachbehandlung erfolgt mittels Schulterbandage für 3 Wochen. Eine weitere Woche wird zudem eine Schulterbandage für die Nachtruhe verschrieben. Die Physiotherapie beginnt ab der Nahtentfernung. Die aktive Aussenrotation der Schulter ist für 6 Wochen ab Operation verboten. Überkopfsport darf erst nach 6 Monaten betrieben werden.

    Laser oder Hochfrequenzbikoagulatoren eröffnen neue Möglichkeiten in der Therapie. So ist etwa mit LACS (laser assisted capsular shrinkage) oder ETACS (electro thermally assisted capsular shrinkage) bei Hyperlaxizität und/oder vorderer Verrenkungsneigung das arthroskopisch kontrollierte Schrumpfen der Gelenkskapsel möglich.

    Eine generelle Empfehlung für diese Technik kann jedoch noch nicht abgegeben werden, da bis dato erst relativ wenige Fälle so behandelt wurden und Langzeitergebnisse noch ausstehen.


    Verrenkung des Schultereckgelenkes ­ AC-Gelenksluxation:
    Abhängig vom Ausmaß der Bandverletzung erfolgt eine Einteilung der Verletzung in unterschiedliche Grade. Insgesamt werden 6 Grade unterschieden. Verletzungen der Grade 1 bis 3 werden mit Bandage versorgt und ruhig gestellt, während Verletzungen der Grade 4 bis 6 in aller Regel operativ versorgt werden müssen.

    90% aller Verletzungen können ohne Operation gut behandelt werden. Operationen sind in seltenen Fällen notwendig und müssen individuell nach Verletzungsgrad mit dem Sportler abgesprochen werden.

    Abriß der Sehnekappe am Oberarmkopf
    Rotatorenmanschettenruptur:

    Die Wissenschaft ist sich einig, dass die Degeneration der Sehnenkappe an der Schulter ab dem 30. Lebensjahr beginnt und in weiterer Folge zunimmt. Zum Abriß der Sehnenkappe kommt es typischerweise bei älteren Überkopf-Sportlern, die nach längerer Pause wieder Tennis, Hand- oder Volleyball spielen. Aber auch im Rahmen von Schultergelenksverrenkungen kann es beim über vierzigjährigen Sportler zu einer Begleitverletzung an der Rotatorenmanschette kommen.

    Ein Abriß der Sehnenkappe bedarf immer einer operativen Versorgung um die Funktion der Schulter wiederherzustellen und Folgeschäden zu vermeiden. In aller Regel muß dabei die Sehnenkappe wieder an den Oberarmkopf fixiert werden.
    Dies erfolgt durch Verankerung direkt im Knochen oder über Fadenanker. Die Nachbehandlung dieser Verletzungen dauert mindestens 8 Wochen und muß sehr sorgsam durchgeführt werden.



    Behandlungsmethoden bei Schulterengpaßsyndromen
    (=Impingement)

    Durch Entzündungen des Sehnenansatzes bzw. Reizung des Schleimbeutels unter dem Schulterdach kann die Schulter enorm schmerzen.
    Speziell bei Anhebung des Armes nach oben aussen bis zu einem Winkel von 70-80°
    kommt es zum schmerzhaften Einklemmungssyndrom.

    Die Behandlung besteht vorerst in lokaler Infiltration um Schmerzfreiheit zu erzielen bzw. die Ursache zu ergründen. Bei Einengung des Schulterdaches von oben (durch den Knochen) wird eine unter Kamerasicht durchgeführte Abtragung des Knochensporns (arthroskopische subacromiale Dekompression - ASD) sowie eine Entfernung des Schleimbeutels durchgeführt.

    Die ASD zeigt bei Untersucherungen nach 2-5 Jahren in 90 % der Fälle gute Ergebnisse.
      Copyright Dr. Klaus Dann, 2006