Ski-
und Snowboardverletzungen aus sport-traumatologischer
Sicht
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Reizungen
an der Achillessehne als häufigste
Fehlbelastungsfolge bei Läufern
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Fußballzeit ist Verletzungszeit
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Überlastungsschäden im Sport
nehmen zu: Der Fuß ist oft betroffen,
die Diagnose schwer zu stellen
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Schulter- und Ellenbogenverletzungen im
Ballsport
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Kitesurfen nicht gefährlicher als
andere Sportarten
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Sportverletzungen
und Überlastungsschäden beim
Golfen
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Eishockey ist ein
gefährlicher Sport
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Gesicht
und Schädel oft betroffen
Eishockey ist ein harter Sport
von Prof. Dr. med. Bernd
M. Kabelka
Januar 2004
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Je
länger das Spiel dauert, um so häufiger
kommt es zu Verletzungen
Eishockey gilt als eine der härtesten
Sportarten, führt jedoch nicht die
verschiedenen Verletzungsstatistiken an.
Schnelligkeit, Aggressivität, Eisverhältnisse,
Ausrüstung und vieles andere bedingen
sportartspezifische Verletzungsmuster.
Die hohe Spielgeschwindigkeit und der körperliche
Kontakt zum Gegenspieler erfordert vom
einzelnen Spieler ein hohes Maß an
Reaktions- und Kraftschnelligkeit mit der
Fähigkeit, schnell zwischen Stop-
und Go-Bewegungen zu wechseln, plötzlich
abzubremsen, erneut wieder zu beschleunigen
und schnelle Richtungswechsel vorzunehmen.
Nur ein ausreichend trainierter Sportler
mit hohen koordinativen Fähigkeiten,
der zusätzlich über ein hohes
technisches und läuferisches Können,
eine ausgefeilte Technik im Umgang mit
den Spielgeräten (Schläger und
Puck) sowie Konzentrationsvermögen
und Verständnis für Spieltaktik,
aber auch für Fairness besitzt, wird
sein eigenes und das Verletzungsrisiko
seines Gegners und Mitspielers minimieren
können.
Die Aggressivität im Spiel zeigt sich
in der Verletzungshäufigkeit und den
Verletzungsmustern und nimmt oft mit der
Dauer des Spiels zu. Mit nachlassender
Kondition und damit verbunden auch nachlassender
Konzentration nimmt die Zahl der Verletzungen überproportional
zu. Die Eisfläche und die umgebende
Bande sind für einen großen
Teil von Verletzungen häufig mitverantwortlich.
Zum einen werden sehr hohe Geschwindigkeiten
(modernes Powerskaten) beim Kampf um den
Puck erreicht, zum anderen kann es beim
Anprall an die Bande zum Teil zu schweren
Verletzungen kommen. Etwa 80 Prozent der
Verletzungen im Eishockey sind akut, rund
20 Prozent stellen Überlastungsschäden
dar.
Die häufigsten Verletzungen gibt es
in Gesicht und Schädelbereich, zumeist
sind es Schnitt- oder Platzwunden ohne
knöcherne Beteiligung, die oft vor
Ort (z.B. per Naht) versorgt werden und
dem Spieler ein Weiterspielen ermöglichen.
Schwere Schädelhirnverletzungen sind äußerst
selten und auf Grund der modernen Helme
mit Halb- oder Vollvisieren eine Rarität.

Im Bereich der oberen Extremität stehen
Schultergelenks-verletzungen im Vordergrund
und hier insbesondere Verrenkungen der
Schulter und Schultereckgelenksverletzungen.
Der Sturz auf den angelegten Arm oder der
Anprall an die Bande sind die häufigsten
Unfallursachen. Knochenbrüche im Bereich
des Schultergelenkes und des Schlüsselbeines
durch Pucktreffer oder Stockschläge
sind durch Schulterprotektoren deutlich
seltener geworden. Prellungsverletzungen
der Unterarme und Hände können
durch Stockschläge entstehen, Brüche
im Finger- und Handbereich sind selten.
Bei Verletzungen der unteren Extremitäten
liegen Verletzungen des Kniegelenkes mit
Bänderrissen statistisch gesehen an
zweiter Stelle. Hier sind es vorwiegend
Risse des Innen- und selten des Außenbandes
und Kreuzbandverletzungen. Knochenbrüche
entstehen auf Grund der deutlich verbesserten
Schienenversorgung und Polsterung im Beinbereich
selten. Häufiger finden sich direkte
Prellungsverletzungen durch Puck oder Stock
im Schuhrandbereich bis hin zu Brüchen
vor allem im Mittelfußbereich.
Ein spezifisches Problem des Eishockeysports
stellen Muskelverletzungen zum einen durch
direkte Puck- oder Stocktreffer insbesondere
im Wadenbereich dar. Zum anderen finden
sich oft durch Ausfallschritte (vor allem
der Torhüter) Zerrungen im Adduktorenbereich.
Bei Feldspielern zeigen sich vor allem
Zerrungen im Bereich der vorderen Oberschenkelmuskulatur
vorwiegend zu Beginn des Spiels bei zu
kurzer Aufwärmphase.

Wirbelsäulenverletzungen und insbesondere
Verletzungen der Halswirbelsäule finden
wir durch streng gehandhabtes Regelwerk
und deutliche Erhöhung der Fairness
der Spieler selten, wenngleich es bei brutalen
Banden-Checks sogar schon zu Querschnittslähmungen
gekommen ist.
Teamärztliche Betreuung bedeutet in
erster Linie nicht nur, Akutverletzungen
während und nach dem Spiel zu behandeln,
sondern sie stellt sich als eine komplexe
Auflistung von verschiedenen Aufgaben dar,
die in erster Linie der Prophylaxe und
Prävention von Verletzungen gelten.
Dabei bildet beim Team der DEL-Mannschaft
der "Hamburg Freezers" ein vor
und während der Saison stattfindender
Gesundheits-Check aller Spieler die Grundlage.
Dieser Check umfasst neben einer internistischen
und orthopädischen körperlichen
Untersuchung eine Blut- und Urinuntersuchung,
eine Fahrradergometrie mit Messung der
Sauerstoffaufnahme und Laktatmessung, eine
Körperfettmessung, Sprung- und Koordinationstests
sowie Krafttests (Sit-ups und Bankdrücken).
Diese Untersuchungen werden in Zusammenarbeit
mit dem Institut für Sport- und Bewegungsmedizin
der Universität Hamburg (Ärztliche
Leitung: Professor Klaus-Michael Braumann
) durchgeführt.
Anhand der Ergebnisse schließen sich
individuelle Empfehlungen zur Verbesserung
von eventuellen körperlichen Defiziten
an. Zusätzlich bildet eine individuelle
Ernährungsberatung eine Abrundung
dieses Programms. Der Prävention von
Muskelverletzungen kommt eine nicht zu
unterschätzende Bedeutung zu. Es werden
von physiotherapeutischer Seite regelmäßig
Therapien der besonders betroffenden Muskelgruppen
angeboten. Zur Verbesserung der koordinativen
Fähigkeiten finden im Rahmen des Trainings
auch Übungen auf dem Therapiekreisel
statt, wie wir sie von Basketball- und
Volleyballteams kennen. Nicht zuletzt ist
die Beratung in Dopingfragen eine weitere
wichtige Aufgabe.
Durch eine gezielte und engmaschig betriebene
sportmedizinische Betreuung der Spieler
vor, während und nach der Saison sowie
eine enge Kooperation zwischen Teamarzt,
Physiotherapeut, Trainer und Management
gelingt es, die Verletzungshäufigkeit
deutlich zu senken und ein erfolgreiches
Eishockeyspiel zu realisieren.
Autor:
Prof. Dr. med. Bernd M. Kabelka
(46 Jahre, Teamarzt der Hamburg Freezers,
Chefarzt der Abteilung für Orthopädie
und Sporttraumatologie, Krankenhaus
Tabea, Kösterbergstraße
32, 22587 Hamburg; Lehrbeauftragter
für Sporttraumatologie an der
Universität Hamburg, Fachbereich
Sportwissenschaft)
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